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Vorstand

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Es war nur ein Traum.

An einem Montag,...kurz vor Weihnachten.

Der Montag ist für mich immer ein schrecklicher Tag. Ich trinke den ganzen Tag keinen Alkohol,...da ich dienstags Bürgerbus fahre und nüchtern bleiben muss. Entsprechend schlecht kann ich einschlafen und werde oft von Alpträumen geplagt. In einer solchen Montagnacht hatte ich folgenden Traum:...

Das Christkind klopfte an unser Schlafzimmerfenster und wollte mich persönlich,...vertraulich...sprechen. Seit der Währungsreform habe sich ein riesiger,...bis heute nicht versteuerter Spendenbetrag angesammelt,.. der dringend sinnvoll verteilt werden müsse,..man stünde wahrscheinlich auf einer angekauften CD beim westfälischen Finanzministerium. Das Geld müsse unbedingt verschwinden,...ohne verfolgbare Spuren,....überlege mal,...die Blamage,....
...ausgerechnet das Christkind...!!!! Ich wäre deshalb ausgewählt, den Betrag auf Erden an der richtigen Stelle zu verteilen, aber Beeilung....Voraussetzung war jedoch,...dass dieses Geld nicht für sinnlose Projekte,...Marke...Oben an der Volme,...ver- braten wird.
Ich sollte das Geld nehmen und andere glücklich machen,...auf keinen Fall:..Honigkuchen aus Kevelar...oder Tupperdosen für einfriersüchtige Hausfrauen.
Also,...wo kann man Menschen richtig glücklich machen,...wo kann man noch strahlende Augen sehen, ...wenn es um die eine Sache geht ?
Richtig,...beim Bürgerbus-Spielmannszug,...beim fahrenden Personal.
Hier wollte ich ansetzen...jeder sollte seinen eigenen Bus bekommen,...entsprechend seinen Vorlieben und Neigungen.
Versteckt wäre dieser Schatz in der großen,...bisher nicht entdeckten Halle...der Höhle im Arney.
Der Stern von Bethlehem zeigte uns den richtigen Eingang zur großen Halle,... ganz einfach,...aber nicht da,...wo unsere Höhlenforscher suchen....
Bis auf die Geldkisten war die große Halle leer,...nur ganz hinten,..bei einem Hindenburglicht und Volksempfänger...saß ein alter Österreicher in brauner Uniform,...las die letzte Ausgabe des völkischen Beobachters ...und streckte den rechten Arm hoch.
Mit Hilfe von Wolfgang Hamann. und Dieter Schmidt., ...unseren gestandenen Finanzexperten,... haben wir den Schatz geborgen,...bei Nacht und Nebel mit dem Buss  abransportiert....und alles erst mal bei Familie Schmidt. im großen Getränkekühlschrank,...deponiert und eingefroren.
Jetzt begann die eigentliche Arbeit.
Als geschickte Verhandlungsführer,...mit reichlich Euro-Bündeln im Aktenkoffer,... kündigte unser geschätzter Vorstand alle Verträge und Abhängigkeiten mit seiner Verkehrsgesellschaft....Man konnte sogar erreichen, dass die Verkehrsgesellschaft nie wieder Kierspe anfahren darf....Wir in Kierspe erhielten die Transporthoheit und... noch oben drauf:...das gesamte Streckennetz der Deutschen Bahn,... von der Maas bis an die Memel,... von der Etsch bis an den Belt,...zur uneingeschränkten kostenfreien Nutzung.
Das umstrittene Baugebiet östlich Rathaus wurde erworben und eine riesige Garagen- und Versorgungshalle für unsere neue Flotte gebaut. Mit Club- und Übernachtungsräumen und eigener Gaststätte,...mit lebenslanger,... freier Bewirtung für das fahrende Personal,...Table Dancing,...Sauna und Wellness-Bereich,...jeden Abend Helene Fischer und der Matrosen-Chor aus Herscheid.
Der Lauseberg-Aufstieg wird endlich mit allen Schikanen ausgebaut und zu unserer Test- und Rennstrecke erklärt.
Die monatlichen Fahrersitzungen finden jetzt,...je nach Jahreszeit,...an der Riviera,...in Davos... oder in der DDR statt,...der Deutschen Dominikanischen Republik,.....in ausgesuchten Tagungshotels,.....vom VW-Betriebsrat empfohlen,.....wir sind jetzt wer. Als nächstes ging es daran,...für jeden Fahrer ein, auf seine Bedürfnisse und Interessen zugeschnittenes Transportgefährt bereitzustellen. Jeder sollte sich wohlfühlen,...auf der endlos langen Tour durch Kierspe und drumherum. Das erste Gefährt erhielt natürlich Gerhard Kamphausen.,...als unser unfehlbarer,...großer,...geschätzter Vorsitzender. Er hat sich zum einen geziert,...wollte nicht der erste sein. Zum anderen aber schon im stillen Kämmerchen  sehr deutlich gemacht,... wer hier der Chef im Ring ist.
Es wurde dann so ein Chrom verzierter Monstertruck,...mit kraftstrotzender Motorhaube,......Kuhfängern,...so wie man es in amerikanischen Filmen sieht,...mit zwei Auspuffrohren seitlich über das Dach,...entsprechend aufwändig bemalt...(Götterdämmerung im Schleifkotten,...rund um...)....und....1.700 Ps. Der Kühhlergrill ist einer Miele Waschmaschine nachempfunden,...für Großwäschereien. Das Ganze,...da ja Chef,...mit Goldauflage,...Frontscheibe selbsttönend,... mit eingeschliffener Dioptrien der Brille.
Der Fahrgastinnenraum ist eher gemütlich ausgestattet,...so wie Gerhard halt ist,...jedoch mit den neuesten Haushaltsgeräten von Miele,...zur Erinnerung an alte,...vergangene Zeiten,...sowie Miele Kaffeeautomaten,...mit denen man,...neben Kaffee kochen,...auch Waffeln backen,...Rührei braten und Einzel- oder Vierkarten lösen kann. Hinten im Bus,...geruchsfrei abgetrennt vom Fahrgastbereich,...steht eine Kuh. Angeschlossen an eine Miele Melk-und Milchaufbereitungsanlage,...sodass immer frische Milch an den Kaffeeautomaten und..Add Blue..zur Verfügung steht.
Die weitere Aufteilung des Fuhrparks erfolgt jetzt,... um keinen zu bevorzugen,...nach dem Fahrplan ab Montag, für den jeweiligen Monat:

Ein neuer Bus für Ralf Heisel muss her,...Montag, Tour 11. Hanseatisch gediegen,...mit norddeutscher Gelassenheit leise vor sich hin brummend. Nicht zu auffällig,...nicht hektisch,...möglichst ohne störende Anzeigen,...die ventuell rasche Entscheidungen abverlangen könnten.
Wir haben dann den Bus einer Hamburger Hafenbarkasse nachempfunden. Mit separatem Steuerstand für Ralf,...abgetrennt vom Fahrgastbereich,...Steuerrad aus Holz und Speichen und einem echten Maschinentelegraf für Vor- und Rückwärtsfahrt,... Positionsleuchten an Back- und Steuerbord,...Schiffsglocke und Nebelhorn. Gefahren wird traditionell im Stehen,...bei Nebel mit zusätzlichem Wachoffizier auf der Brücke. An jeder zweiten Haltestelle öffnet sich eine kleine,... verborgene Luke neben dem Kreiselkompass und.... eine neue Flasche Bier wird hinausgereicht.

Die Mittagstour 12 übernimmt Helmut Frettlöh, in seinem eigenen,...feuerroten Spielmobil. Vorne,...auf der Frontscheibe,...  werden immer die neuesten Witze zum Vorlesen eingeblendet,...eigens von Helmut am Abend vorher digitalisiert und gespeichert. Zusätzlich wird auf der Frontscheibe das Fahrtenbuch und die Abrechnung vom Vortag angezeigt,...sodass der Adrenalinspiegel immer im oberen Bereich bleibt,... bei der Kontrolle der mal wieder völlig falsch ausgefüllten Unterlagen und Abrechnungen. Als einer der Fahrer mit der längsten Dienstzeit,...hat Helmut einen Fahrersitz mit Einstellung für spezielle Massageprogramme,... im Rücken- und Lendenbereich,..sowie eine Krone mit Angabe der Dienstjahre oben auf der Rückenlehne,..natürlich in Gold.
Da Helmut auch dem SGV sehr  verbunden ist,... Heeresbergführer bei den Sauerländer Gebirgsveteranen,...fährt er natürlich nicht nach Streckenfahrplan,...sondern nach Wanderkarte. Deshalb sind alle Haltestellen zusätzlich mit Wanderzeichen und Koordinaten versehen.
Helmut steigt bei jeder Haltestelle mit Karte und Kompass aus,...überprüft den jeweiligen Standort auf der Karte,....und bestimmt mit dem Kompass die Richtung zur nächsten Haltestelle. 

Die Tour 12 wird aber auch an jedem zweiten Montag im Monat von Angelika Willert übernommen. Auch hier ist etwas ganz spezielles erforderlich.  Als ehemalige Königin mit Insignien,...muss dies auch werbewirksam.......für den Bürgerbusverein..... gesetzt werden. Wir kaufen daher in München,...bei Krauss Maffei-Wegmann,... einen funkelnagelneuen Schützenpanzer,... pinkfarben lackiert,..mit den Emblemen aller Kiersper Schützenkompanien,...Kommandos,... Tross,...Unterabteilungen,... Schützennagetieren???,... sowie Reservezug Deutsch-Süd-West. Bekränzt ist der Panzer stets mit frischem Birkengrün und den grün-weißen Kriegervereins Wimpeln.
Angelika lässt natürlich fahren,...denn sie steht oben... im Turm,...nur im blauen,...durchscheinenden,...locker fallenden Schützenkittel,...mit rotem FDJ-Halstuch,...Königinneninsignien,...und winkt majestätisch der jubelnden Menge am Straßenrand zu. Die Kanone ist umgebaut und wird nur zum Verschießen von Karamellen genutzt.
Der Panzer steht jedoch nicht in unserer Garage,... sondern wird bei Werner Becking,...Unter den Linden,...mit Front zur Straße,...eingeparkt.

Dienstagmorgen, Tour 11,...der Träumer,...Gerhard Becker.
Für ihn sind in Kierspe,...auf der Busroute,...Schienen verlegt worden,..hoch zur Windfuhr,...Sparkasse....und Büscherberg,. sogar mit Zahnstange.....Die Verlegung der Schienen und der Oberleitung gestaltete  sich etwas problematisch und auch teuer,....aber wir sollen ja aus dem Vollen schöpfen. Jetzt wurde noch eine historische Straßenbahn mit Anhänger angeschafft,...eine Uniform aus dem vorigen Jahrhundert mit Dienstmütze,...blauer, kurzer Hose mit roten Streifen....gelb-grün geringelten langen Socken mit Halter,...und los geht die Fahrt. So zuckele ich dienstags durch Kierspe,...im Wagen gibt es Waffeln und Kaffee,...im Herbst Federweißer und Zwiebelkuchen,...im Winter auch Potthucke und bergische Kaffeetafel. Es wird gesungen und geschunkelt.
Ingrid fährt als Schaffnerin mit,...in blauer Uniform der DDR-Reichsbahn,...eng geschnitten,...kurzer Rock,...schwarze Netzstrümpfe mit Naht,...echt sexy, Schiffchen mit Haarklammern festgesteckt,...rotem Lackband als Zugführer,..Trillerpfeife an gepaspelter Kordel,...umgehängter Ledertasche  mit nostalgischem Geldautomat. ......Sie ruft gekonnt die Haltestellen aus....winkt sich elegant,...während der rasanten Fahrt die Kölner Straße hinunter,...außen,...von einem Wagen zum anderen,... klingelt ab,...kontrolliert Fahrkarten,...und stellt die Weichen....perfekte Brigade.

Tour 12 übernimmt Wolfgang Böcker.
Damit wir ihn etwas vom Radfahren loseisen und das Busfahren wieder schmackhaft machen konnten,...hat der VEB Fahrzeugbau in Weida/Thüringen,...ganz tief in die Trickkiste gegriffen und sich etwas ganz besonderes für den Klassenfeind ausgedacht. Abgeliefert wurde ein windschnittiger Bürgerbus mit Kunststoffverkleidung,...glasfaserverstärkt,...mit Leichtmetallbauteilen aus der Raumfahrt. Um außen eine absolut glatte Fläche zu haben,...wird von unten ein- und ausgestiegen.
Der Antrieb erfolgt,...ihr ratet es jetzt natürlich,...über Pedalantrieb vom Fahrer. Dieser Pedalantrieb...wird mehrfach übersetzt,......erst ins englische,...dann ins russische,......wird dann umgelenkt,...von hinten durchs Knie,..gibt die Energie an einen Knallgastoaster mit Zwiebelbackstaub ab,......wird Schock gefrostet und mit Parmesankäse überbacken,......wieder zurück transformiert,....auf eine höhere Frequenz gebracht,......kurz erhitzt und gefiltert,...mit Milch aufgeschäumt.....und kann jetzt endlich den Antriebsrädern zugeführt werden. Die Kraftanstrengung für Wolfgang,...vollbeladen den Büscherberg hoch,...ist  gleich einer entspannten Tour mit seinem Fahrrad durch Polen.
Natürlich werden die gestrampelten Kilometer laufend durchgesagt,...angezeigt,...hochgerechnet,...analysiert und automatisch an das Statistische Bundesamt in Eschborn weitergeleitet.
Die Fahrgäste entrichten kein Fahrgeld, sondern bringen isotonische Getränke mit,...rechtsdrehend,... und Bürgerbusmüsli von...Seitenbacher....Woischt Kalle...über eine Fettpresse wird automatisch von unten Melkfett...natürlich von Kuhbier,...auf die Sitzfläche dosiert,...sodass in jedem Fall Wund scheuern... zwischen den Beinen...vermieden wird.

Dienstags gibt es aber auch eine Stadttour 2,...heute mit...Aja Noll...als Fahrer ihres Vertrauens. Aja ist eine liebe, nette Kollegin,...mit leichtem Hang zum Schweben. Diesen Wunsch wollen wir ihr auch beim Busfahren erfüllen. Kurzerhand haben wir die Schwebebahn in Wuppertal abgebaut und in Kierspe originalgetreu über der Busfahrstrecke wieder aufgebaut.
Geld regiert die Welt und die Stadtkasse von Wuppertal ist auch nicht gerade üppig gefüllt. So wurde schnell aus Oberbarmen..Am Denkmal,... aus Landgericht..Lidl,...aus...Döppersberg..Berliner Straße,... aus...Ohligser Mühle..Auf der Währ,...aus... Zoo ???....Rathaus... und aus Vohwinkel.... Schleifkotten.
Aja erhielt eine lange, detaillierte Ausbildung zum Wagenführer,...immer wieder unterbrochen durch Nachfragen und erneutem Erklären und dem Einwand:...ach Gott, ach Gott,...ob ich das alles noch kapiere und behalte. Aber....sie hat es geschafft,...ist Kierspes einzige Schwebebahn-Fahrerrin,...mit Lizenz zum Schweben und nach unten schauen.
Ein kleines Detail wurde jedoch noch nachgerüstet. Aja ist begeisterte Tierschützerin. Sollte sich ein Frosch auf der Straße befinden,... wird der Zug automatisch abgebremst,...eine Vorrichtung nach unten ausgefahren und der Frosch behutsam aufgenommen. Die eingesammelten Frösche erhält Francoise zu weiteren Verwendung,...wie wir noch hören werden.

Im Wechsel,...für Tour 2 am Dienstag,...müssen wir aber noch für Klaus Klinger etwas passendes finden,...er soll ja Freude am Fahren und seinem Bus haben.
Klaus fühlt sich da wohl, wo es...Wein,...Weib...und gutes Essen gibt,...hauptsächlich Wein....Also erfüllen wir ihm dauerhaft diesen Wunsch.
Was sehen wir also dienstags noch durch Kierspe schnaufen?....Ein großes Weinfass auf Rädern,...mit Klaus am Steuer,...mit einem Auge durch das Spuntloch blinzelnd. Man hört diesen Bürgerbus schon von weitem. Bei jeder Fahrt wird eine neue Winzerkapelle engagiert....Oben auf dem Fass thront die jeweilige Weinkönigin der einzelnen Weinregionen,...fahrplanmäßig wechselnd,... nur mit Krönchen und verwelktem Weinlaub notdürftig bedeckt.
Es gibt ganzjährig Verköstigungen der besten Tropfen aus Deutschlands Anbaugebieten,...ohne Kaufzwang,. nur mit der Auflage an die Fahrgäste,...den Fahrer nach der Tour vorsichtig im Garten,...vor der Haustür,...abzulegen und...kurz zu schellen........abgefüllt und original verkorkt von....
Klaus lässt es sich nicht nehmen,...jede Kapelle,... jeden Wein und....jede Weinkönigin vorher ausgiebig zu testen und zu begutachten.

Mittwoch, Tour 11.
Dröhnend röhrt der bereits beschriebene Monstertruck mit Gerhard Kamphausen durch Kierspe.
Seit neuestem besteht er darauf, dass seine Tour,...eine Stunde vor Fahrtbeginn,... durch drei Böllerschüsse und...eine Ansage bei Radio MK angezeigt wird. Sonst bleibt alles beim alten.

Die Ablösung am Mittwoch, Tour 12, erfolgt durch Eberhard Janott,... unserem ausgewiesenen US-Experten,..mit Verbindungen...bis ins Weiße Haus.
Damit wir nicht ständig das Problem haben, wer Eberhard vertritt, wenn er mal wieder in Amerika ist,...haben wir den Wilden Westen kurzerhand nach Kierspe geholt,...große Ãnderungen sind dafür nicht notwendig.
Was jetzt abläuft,...hat Kierspe noch nicht gesehen:
Zuerst kommt,...natürlich mit Trompetensignal,...eine Schwadron US-Kavallerie, wie in Indianerfilmen,...in blauer Uniform,...großem Hut,...Säbel und gelben Streifen an den Hosen,...auf Steckenpferden,... wechselnde Abordnung der Kiersper Schützenvereine,....dienstverpflichtet.
Danach folgt....eine original Überlandkutsche,... ebenfalls wie in einem Italo-Western,...schaukelnd,...mit hohen Rädern und 6 Pferden. Oben auf dem Kutschbock sitzt Eberhard,...in staubigen Cowboystiefeln,... verwaschener Jeans,... bunt kariertem Baumwollhemd mit Lederweste und Sombrero,...mit Silberverzierung am Hutband und abgegriffenen,...braunen Stulpenhandschuhen,...lässig die Zügel haltend. ....Die Rockschöße seines langen Staubmantels sind locker zurückgeschlagen,...sodass man den Pistolengurt mit den beiden Single-Action-Navy-Colts sehen kann....je sechs Schuss,...großkalibrig.Das Gesicht sonnenverbrannt,...mit grauen Bartstoppeln,...in die Sonne blinzelnd,...im rechten Mundwinkel eine verbogene,...kalte Zigarre.
Daneben...Carsten Möller,...starrer Blick nach vorne,...Kopf leicht geneigt,...lauernd......in ähnlichem Outfit,...Kautabak kauend...und im hohen Bogen vom Kutschbock spuckend,...seine geladene Winchester Büchse schussbereit auf den Knien. Die blankpolierten Messinghülsen in dem,...vor der Brust gekreuzten Patronengurt,...blitzen in der Sonne.
Eine besondere Attraktion bei den Schul- und Kindergarten Kindern,...aber auch den Ãlteren Fahrgästen,... sind jedoch die Überfälle auf die Postkutsche. Oftmals überraschend durch die Hammerkampapachen beim ZOB,...oder den Windfuhrsioux hinter...Auf der Währ...und Toter Hahn.
Besonders gefürchtet ist die Fritz-Linde-Posträuber-Bande...zwischen Berliner- und Königsberger Straße.
Eberhard und Carsten meistern alles in gelassener Ruhe,...unter Einhaltung des Fahrplanes.
Entsprechender Vorrat an Feuerwasser,...in Form von...Schierker Feuerstein,...ist immer in der Kiste unter dem Sitz gebunkert.
Fahrkarten werden in der Poststation gelöst,...Einzel- oder Vierer.
Das Lochen erfolgt durch Eberhard...vom Kutschbock,...mit einem gekonnten Schuss.
Aber Eberhard ist damit nicht mehr zufrieden.
Seit neuestem möchte er einen E-Bus,...ganz leise,...es darf nur noch geflüstert werden und ganzjährig,... ununterbrochen,... Leise rieselt der Schnee....als Hintergrundmusik.

7:00 Uhr, Nebel liegt noch im beschaulichen, oberen Volmetal. Da schießt der Bus von Ellen Schöneberg,...mit Blaulicht und Martinshorn,... durch Kierspe,...zur ersten Fahrgastaufnahme. Ellen am Steuer,...im roten DRK-Einsatzanzug und strengem Blick...du hast nix,... du Simulator....versieht sie gewissenhaft ihren Dienst,...zum Wohle der Mobilität und Gesundheit der Kiersper Bürger.
Ellen achtet genauestens darauf, dass alle Fahrgäste mindestens 10 Minuten nach Einstieg auf ihren Plätzen still sitzenbleiben oder sich hinlegen,...auch wenn sie vorher aussteigen wollen. Fahrgäste mit blasser Hautfarbe werden von Ellen mit Cola vollgepumpt und die Beine hochgelegt. Wer nicht pariert,...bekommt beim Aussteigen kein Geschenk und darf nicht am Frühstück teilnehmen.
Hinten im Bus ist ein kompletter Blutspendedurchlauf für einen Fahrgast aufgebaut,...unter sterilen Bedingungen,...sodass Ellen,...auch bei Spendenterminen,... unbesorgt fahren kann.
Manche Fahrgäste waren jedoch anfangs von Ellens rotem DRK- Einsatzanzug verwirrt. Es gab Anrufe beim Vorstand,...ob die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger jetzt den Fahrdienst übernommen habe.
Ellen, ist alles nur Spaß, danke für deinen Einsatz zum Wohle der Kiersper Bürger. 

Ablösung 10:30 Uhr, Tour 12, durch Helmut Frettlöh...in seinem feuerroten Spielmobil,... und bester Laune. Neu ist jedoch,.. dass jeder Fahrgast mit einem Gläschen Sekt persönlich von Helmut begrüßt und verabschiedet wird. Ab Friedhof lamentiert er nur noch wirres Zeug,...von sternförmig,...sternhagelblau und...sexy. Frauen meiden ab diesem Zeitpunkt den Bus.
 

Es folgt die Stadtlinie 2,...planmäßige Abfahrt 14:25 Uhr...Rathaus,...mit Kurswagen nach Hölterhaus und Vorderstem Hinterstem Vornberg. Wer heute Fiakerkutscher ist,...sieht man erst bei der Abfahrt. Eigentlich sollte Francoise fahren,...oder Heidrun?.. Oder beide zusammen?...Oder keiner? Wenn keiner fährt...fährt wieder einmal Rolf Bähner.....wahrscheinlich ist Blutspendetermin in Kierspe oder Rönsahl.
Rolf  Bähner ist neu bei uns im Verein,...hält sich sehr im Verborgenen,...hat sicher noch andere wichtige Aufgaben zu erledigen,...die oft sein Fernbleiben entschuldigen. wir sind ihm deshalb aber nicht böse,...nur in meinem Traum wollte sich keine Charaktereigenschaft einstellen,...die zu einem persönlichen Gefährt passen könnte.
Deshalb überlasse ich Rolf für dieses Jahr noch unseren jetzigen Bus,...zum Üben,... mit Schutzengel,..in der Hoffnung, dass beim nächsten Mal schon etwas besseres dabei herauskommt.
Trotzdem Rolf,...bist du bei uns fest integriert.

Gehen wir mal davon aus,...dass kein Blutspendetermin ist,...und der Donnerstag nicht zufällig auf den 14. Juli fällt,...fete national,...dann fährt... Francoise Gryczka,...die Linie 111.
Mit Francoise erfüllt der Bürgerbusverein seine Quote,...auch ausländische Fahrer zu integrieren.
Francoise musste jedoch vorher flüssig,..ohne abzulesen, eine Runde...Köstritzer Schwarzbier...bestellen...und alles,...aber auch alles... daran setzen,...dass Elsass-Lothringen wieder deutsch wird. Bis heute haben wir von letzterem noch nichts bemerkt,...obwohl der Vorstand Francoise wiederholt zugesichert hat,...dass Frankreich,...im Gegenzug dafür...Kierspe Bahnhof und Meinerzhagen bekommt. Genug damit,....ohne dieses nationale Gezanke sind wir,...Gott sei Dank,...heute gute Freunde,... links und rechts vom Rhein.
Francoise hat natürlich einen Bus von Renault,... Nostalgie,...mit kurzer Motorhaube,...Holz- und Wellblechwänden,...mit Holzlenkrad und Lenkradschaltung.
Die Haltestellen werden selbst redend in französisch durchgesagt:......Hotel de ville....Rathaus,......Monument......Denkmal
Coq est mort....Toter Hahn,.....Boulevard de Friiiitze-Lindä...Fritz-Linde-Straße,......Homme de Gissäll..............Giesselmann
Jeder Fahrgast wird aufgefordert, beim Betreten des Busses mit... Vive la France... und beim Aussteigen mit...Vive la Republic. zu grüßen.
Selbstverständlich hat der Bus gelbe Scheinwerfer.
Das Interieur ist gediegen,...französischer Stiel,...es werden Crep und Croissont während der Fahrt serviert,...dazu echter Champagner oder Rotwein von Rothschild,...Trüffel,...Froschschenkel...und sonstige Spezialitäten aus Frankreich,...die unserem westfälischen Kartoffelgaumen nur so schmeicheln.
Der einzige Nachteil ist,...Francoise neigt während der Fahrt zum Einschlafen....Sie legt dann den Kopf auf die Schulter des Beifahrers ...und verliert leicht die Contenance. Für diesen Fall sind Sensoren angebracht, die umgehend...La Marseillaise. einblenden und Francoise wieder in gerader Haltung erstarren lassen.
Zum Abschied bekommt jeder Fahrgast eine blau-weiß-rote Kokarde,...zum Anstecken,...eine Flasche Cidre und ein Baguette,...ob er will oder nicht.
Auch die Fahrkarten sind in den französischen Nationalfarben gehalten,...mit Preisangabe in Euro und Franc...und Eiffelturm. 

Freitag ...Tour 11,...Friedhelm Werner,...der Rentner mit den meisten Verpflichtungen und Aufgaben:
AWO-Vorstand und Ratsmitglied, Fahrdienstleiter und Fahrer beim Bürgerbus,        Schöffe bei Gericht,...anschließend....... Schöfferhofer Weizen!!
Hilfe für Rübergemachte,...ich meine natülich......Flüchtlinge,               Opa,...Uropa,....und,...und,...und !!!!
Vom 1. Mai bis 30. November fährt Friedhelm in einem modifizierten Lieferwagen von Bofrost.....Temperatur im Bus:... konstant...minus 4 °C.
Friedhelm,...mit Sandalen,...ohne Strümpfe,...kurzärmeligem Hemd und... Strohhut. Der Fußbereich ist als Wanne ausgestattet, die, bis zu den Knöcheln,...immer mit einem Eisbrei,...Waldmeistergeschmack,...befüllt ist.
Das Lenkrad wird zusätzlich auf einer entsprechenden Temperatur gehalten, sodass in keinem Fall das Gefühl eines Hitzestaus oder sogar fliegender Hitze aufkommen kann. Hier stellt sich jetzt die Frage:...Können Männer eigentlich auch in die Wechseljahre kommen ?
Wenn ja,...äußert sich das so wie bei Friedhelm?.....Müssen wir das dann Dr. Simon bei den jährlichen Eignungsuntersuchungen melden ?...Bitte mal im Protokoll aufnehmen.
Vom 1. Dezember bis 30. April fährt Friedhelm grundsätzlich nur mit Rentierschlitten. ,...jetzt in weißer,...kurzer Pelzhose,... mit rotem Pelzbesatz an den Knien,... Stiefeln aus Seehundfell,...mit norwegischer Stickerei,...kurzärmeligem Pullunder mit Rautenmuster und Zipfelmütze mit Glöckchen,...natürlich keine Handschuhe.
Am Ende der Fahrt muss ein Stallknecht die Rentiere ausspannen und die Zügel abnehmen. Die Zügel nimmt Friedhelm während der ganzen Zeit mit nach Hause,...weil er die Finger nicht mehr auf bekommt.
Für seine ausländischen Pflegekinder hatte sich Friedhelm etwas besonderes ausgedacht. Beim Vorbeifahren ertönte,...aus dem Bürgerbus,...die Nationalhymne des jeweiligen Neubürgers,...wie an der Elbe,...bei Willkommhöft für Schiffe.
Unserem Vorsitzenden,..noch richtig deutschnational.. ging das zu weit,...zumindest für Kierspe..Er hat...`Schwarzbraun ist die Haselnuss`...dauerhaft einprogrammieren lassen....hat ja auch was mit der Hautfarbe zu tun. ...
Friedhelm du bist super,...aber lass mal langsam laufen,...wenn du die Zügel noch länger halten willst. 

Ablösung Tour 12, um 10:25 Uhr durch Gerhard Wilhelm.
Wie Helmut Frettlöh ist Gerhard ebenfalls ein mehrfach ausgezeichneter Aktivist und Rabotnik des Bürgerbusvereins,... treuer Fahrer seit vielen Jahren und...unser Schirrmeister. Fahrer völlig unverständlich ist.
Nicht die Technik verwirrt Gerhard,...sondern Gerhard verwirrt die Technik. Sein Bürgerbus ist daher bis zur absoluten Grenze des Verständlichen ausgereift.
Führerstand wie in einem Airbus,...mit:...Autopilot,...Höhenanzeige,...Kreiselkompass,...künstlichem Horizont,... RundumradarWetterradar,......Echolot,......Tauchzellen,......Sehrohr,...Luftzielsehrohr,.....Funk,...Laser-Zieleinrichtung,...zum......punktgenauen Anfahren der Haltestellen,...Sonar,......Schwimmwesten und Fallschirme unter den Sitzen...und...... Anzeigeleuchten für alle Funktionen. Jede Anzeigeleuchte hat noch einmal eine separate Kontrollleuchte,...zur Kontrolle der Kontrollleuchten. Im Ganzen sind 470 Alarm- und Anzeigeleuchten installiert.
Vor jedem Fahrtbeginn erfolgt ein Briefing gemäß Handbuch,...wie beim Fliegen. Dabei liest Dieter Schmidt gewissenhaft die Checkliste vor,...Gerhard kontrolliert,...hakt ab...und zeichnet gegen.
Das Briefing beginnt bereits Donnerstag abends um 23:00 Uhr.
Wird Gerhard unterwegs nach der Funktion dieser oder jener Leuchte oder Schalter gefragt,...antwortet er immer sehr diplomatisch:...Das siehste dann noch.
Auf der Tour gibt es natürlich,...wie könnte es auch anders sein,...an jeder Haltestelle einen kleinen Imbiss,...mit allerlei Leckerem aus der Region. Dies hat jedoch zur Folge,...dass der Fahrplan nicht immer eingehalten werden kann. Wenn dann,.......in einer solch kulinarischen Situation,...eine aufgeregte Mutter,...oder sogar Oma anruft,...wo denn die Blagen bleiben,... gibt es aber Wind von vorne. Dann stellt Gerhard sein Tablett ab und es erfolgt eine Ansage,...die auch die coolste Oma schnell und leise den Hörer auflegen lässt.
Trotzdem...Gerhard ist manchmal ein brummeliger, aber sonst lieber,...verlässlicher Kollege,...man muss es einfach mal sagen.

Tour 2...am Freitag,...14:25 Uhr,...kein Blutspende- termin... oder sonstige Verpflichtung,... jetzt fährt..... Heidrun Schmidt.
Da uns langsam das Geld ausgeht dachte ich, dass sich Ellen und Heidrun das Klinikmobil vom Donnerstag teilen würden,...da ja beide zu den Kiersper Roten-Kreuz-Schwestern gehören.
Aber nein,...Frauen,...geteilt wird nicht,...jede beharrt auf ihrem eigenen Bus. Natürlich bekommt auch Heidrun einen eigenen Bus,.. mit Fahrstand vorne und... Fahrstand hinten,... da sie ja nicht rückwärts fahren kann.
Die einzige Vorgabe ist,...dass Heidrun...vor Fahrtantritt...selbstständig entscheiden muss,...in welche Richtung die Fahrt geht und... welcher Fahrstand jetzt dafür aufgesucht werden muss,...vorne...oder hinten? Diese Entscheidung wird telefonisch an den Fahrdienstleiter weitergeleitet,...kontrolliert und ...durch einen schriftlichen Fahrbefehl,...bestätigt. Die bestätigten Fahrbefehle werden von Dieter zu Hause mehrfach kopiert,..abgeheftet und...gestaffelt.... 20...30...oder 40 Jahre archiviert. Jeder Fahrgast muss,...bei Fahrtantritt... seine Gesundheitskarte vorweisen,...die in einen Bordcomputer eingelesen wird. Heidrun druckt dann ein Formular aus und fragt nach Hausarzt und Fahrtziel. Das wird dann von Hand eingetragen. Wir könnten diesen Vorgang automatisieren,...aber Heidrun besteht auf handschriftlichem Eintrag.
Anschließend wird noch Temperatur gemessen und ein Schwangerschaftstest durchgeführt,..auch bei männlichen Fahrgästen  Sie fragt, ob man die letzte Fahrt gut vertragen habe,.. und misst den Blutdruck. Bei negativem Befund...muss man wieder aussteigen.
Jede Fahrt wird mit Stempel in einem kleinen Muttiheft dokumentiert.
Bei 50 Fahrten erhält man ein Glas Honig und ein intimes Abendessen mit unserem großen,...verehrten Vorsitzenden. Kann man 100 Fahrten oder mehr vorweisen,...gibt es entsprechende Küchengeräte von...Gerhard weiß,... was Frauen wünschen......auf Miele stand bisher die Tante,...weil sie Bauknecht noch nicht kannte !!!!!!
Die Daten der Gesundheitskarte werden übrigens sofort an die jeweilige Krankenkasse weitergeleitet.
Eine umlaufende Information im Bus zeigt dann an, welcher Fahrgast wann und...warum zur nächsten Vorsorgeuntersuchung muss. Toller Service,...dadurch geht auch der Gesprächsstoff  bei den Fahrgsten nie aus. 

Nach längerer Pause,...krankheitsbedingt,...steht auch Anne-Frederika Nienhuijs wieder zur Verfügung.
Wie der Name sagt,...ist Anne-Frederika holländischer Abstammung...und wir würdigen das natürlich mit einem holländischen Bürgerbus:.....kleines Auto,...mit gelben Nummernschildern,....und am Haken???....großer Wohnwagen,....mit ausgefahrenem Vorzelt,...und zusätzlichem kleinem Anhänger mit Lebensmitteln,...in Holland gekauft,...an den Fenstern Kästen mit Plastiktulpen.
Anne-Frederika fährt natürlich in holländischer Tracht,...wie Frau Antje,...mit gestärkter, weißer Haube und Holzschuhen,...immer een Kopje Koffee...for de Fahgästje aan board.
Wenn Anne-Frederika tanken muss,..bringt sie ihren Tankwart jedesmal zur Weißglut,...denn sie tankt holländisch,..Tropje... for...Tropje....
Nur das Auf Wiedersehen auf  holländisch..Totziens...stieß in Kierspe anfangs auf Unverständnis. Die meisten Fahrgäste antworteten erstaunt: Wir leben doch noch,...so schlimm war`s jetzt auch wieder nicht..
Anne-Frederika,...wir freuen uns, dass du deine Krankheit mit soviel Energie überwunden hast und wieder da bist.

Nur in einer Ausstattung gleichen sich alle Fahrzeuge:(...mit Ausnahme von Gerd Kamphausen....) ...in jedem Fahrzeug liegt ein altes Handy,..bei dem nur eine Taste aktiviert ist,....alle anderen Tasten sind außer Funktion,...kindersicher,...für Rentner. Will man telefonieren,...muss man diese einzige, funktionsfähige Taste drücken...und man ist sofort mit der Küstenfunkstelle Norddeich Radio verbunden. Von dort wird dann automatisch weiter vermittelt,... ohne das wir alten Leute noch eingreifen müssen.
Anrufe zum Bürgerbus laufen natürlich genau umgekehrt,...hier müssen wir keine Taste drücken,...der Anrufer quasselt gleich los.
Bei dem Radio sind alle Knöpfe und Tasten ebenfalls ohne Funktion,...für Senioren,...außer Ein/Aus und....laut/leise.
Zu jeder Fahrersitzung  bringen die Fahrer ihre monatlichen Hitlisten mit. Diese Liste wird dann an den Groß-Deutschen Rundfunk,...mit den angeschlossenen Sendern des Protektorates Böhmen und Mähren übermittelt und... über den Reichssender in Königs-Wusterhausen...zu dem jeweilgen Fahrer übertragen.
Seit dieser Maßnahme kann sich der Vorstand wieder entspannt zurücklehnen...und uns alten Leuten, die sowie so keine Bedienungsanleitung lesen,...geschweige denn verstehen,... ist ebenfalls geholfen.. 

Natürlich werden auch unsere Veteranen nicht vergessen. Neben ganzjähriger freier Fahrt,...1. Klasse,...auf dem gesamten Streckennetz der DB,...zwischen Maas und Memel,...Etsch und Belt,...und kostenfreier Nutzung aller Angebote in unserem Clubheim,...gibt es für die ehemaligen Fahrer etwas ganz besonders :.... für jedes  Fahrerjahr,...wird die Rente monatlich um 500 EUR aufgestockt,...lebenslang....und,...entsprechend den Lebenshaltungskosten,...kontinuierlich angepasst,...inkl. Honigkuchen aus Kevelar.
Unsere treuen Fahrgäste nutzen natürlich auch die kostenfreie DB-Regelung,....allerdings nur 2. Klasse und...nur zwischen Maas und Memel,...ein kleiner .......Unterschied muss schon sichtbar sein.
So genießen wir unser Busfahrerdasein,...zum Wohl und der Mobilität der Kiersper Bürger.. 

Das Ganze geht so lange gut,...bis Gerd Kamphausen eines Morgens ganz aufgeregt an unserer Haustür klingelt. Wir sind aufgeflogen,....das Christkind hat nicht dicht gehalten,...hat beim Finanzamt Selbstanzeige gemacht,....wir müssen sofort verschwinden!!
Er fügt ganz aufgeregt hinzu:... der Verkehrsminister und der Bahnchef sind auf dem Weg zu dir,...wegen Manipulation des Bundes-Verkehrsgesetzes,....außerdem von der Verkehrsgesellschaft räuberischer Erpressung,.......dann noch der westfälische Finanzminister und der Stadtkämmerer,... wegen Steuerhinterziehung und Behinderung der Projekte Oben an der.......und auch noch Dieter Schmidt,...wegen unzulässiger Nutzung seines großen Getränkekühlschrankes.
Ich hab` von nix gewusst,....sieh zu, wie du aus der Nummer rauskommst !!!!!Ich bin verzweifelt,...will weglaufen,...alles erklären,.. aber ich komme nicht vom Fleck.
Es klingelt weiter wie bekloppt an der Haustür,...ich habe Schweißbrüche,... alles dreht sich,....das dämliche Klingeln will nicht aufhören.

Da....plötzlich....ein leichtes Rütteln an meiner Schulter:....Gerhard,...der Wecker,...du musst aufstehen,...es ist Dienstag,.. Bürgerbus.
Ich atme auf,...kann mich wieder bewegen,...bin erlöst,...es war nur ein Traum. Ich bin froh, dass alles nur ein Traum war,...an einigen Stellen sicher erstrebenswert,...aber wir wollen bei dem bleiben,...was wir sind....und was wir haben.
Das zeichnet uns aus....und macht uns in Kierspe zu etwas besonderem,...zu Helden,...die einfach  nur machen,...keine Aufforderung nach § 28 der Gemeindeverordnung benötigen...und... vor allem nicht fragen: 

...Hej...was bekomme ich dafür ???...

Es war nur ein  Traum.
Aufgeschrieben und vorgetragen von Gerhard Becker anlässlich der Weihnachtsfeier 2016 beim Bürgerbus Kierspe.

 

 

 

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